Wie wird man Ingenieur: Ablauf und Inhalt des Studiums

Wie wird man Ingenieur – mittlerweile haben die Bachelor- und Masterabschlüsse das alte Diplom abgelöst und dadurch für viel Verwirrung gesorgt.


Wie wird man Ingenieur? Viele frischgebackene Abiturienten stellen sich diese Frage, da der Ingenieur in Deutschland immer noch zu den angesehensten und gefragtesten Berufen zählt. Bis vor kurzem war die Lage ziemlich eindeutig. Nach erfolgreichem Abschluss der Abitur- oder Fachabiturprüfung musste man sich für einen Studiengang der klassischen Ingenieurfachrichtungen Bau, Maschinenbau, Elektrotechnik oder moderneren Konzepten wie Wirtschafts- oder Verfahrensingenieur entscheiden. Dann konnte man nach erfolgreicher Aufnahme an einer Fachhochschule oder Universität sein Studium zum Ingenieur aufnehmen, in welchem man nach zwei bis vier Semestern sein Vordiplom ablegen musste, um nach weiteren sechs bis acht Semestern sein Studium mit einer Diplomarbeit abschließen zu können.

Wie wird man Ingenieur? Die Alten Abschlüsse

  • Die Fachhochschulen verliehen dem erfolgreichen Absolventen den akademischen Grad eines Diplom-Ingenieurs (FH), während man an Universitäten den Grad eines Dipl.-Ing. ohne Angabe der Hochschule erhielt. Optional verliehen einige Universitäten die Grade Diplom-Ingenieur (Univ.), beziehungsweise Diplom-Ingenieur (TU). Im Zuge des sogenannten Bologna-Prozesses wurde dieses alte System gänzlich verworfen.
  • Wie wird man Ingenieur? Seit Abschaffung der klassischen Diplomstudiengänge bieten nun fast alle Hochschulen die akademischen Grade des Bachelors und Masters an. Während der Bachelor den ersten, berufsbefähigenden Abschluss darstellt, dient der Master als konsekutives oder postgraduelles Studium als Möglichkeit, die Kenntnisse in einem bestimmten Fachbereich des jeweiligen Studiengangs nochmals zu vertiefen.

Die neuen Abschlüsse

  • Die akademischen Grade, die man als Bachelor im Ingenieurstudium erreichen kann, sind entweder „Bachelor of Engineering“ in Kurzform „B.Eng.“ oder „Bachelor of Science“ in Kurzform „B.Sc.“. Ersterer wird zunehmend von Hochschulen (früher Fachhochschulen), zweiterer eher von Universitäten angeboten, um die nach wie vor differenzierte Schwerpunktlage zwischen Praxis an den Hochschulen und Theorie an den Universitäten weiter darzustellen.
  • Prinzipiell sind beide Bachelor-Abschlüsse dem gehobenen Dienst gleichzusetzen. Dem höheren Dienst entsprechen die jeweiligen Mastergrade „Master of Engineering“ (M.Eng.) beziehungsweise „Master of Science“ (M.Sc.).
  • Prinzipiell umfassen alle Ingenieurstudiengänge in den unteren Semestern ein ähnliches Spektrum an Fächern. So gehören neben Vorlesungen in Mathematik und Physik auch Fächer wie Materialkunde, technisches Zeichnen oder technische Mechanik zum Pflichtprogramm. Später zweigen sich die Fächer dann in die unterschiedlichen Ressorts des jeweiligen Ingenieurstudienganges auf.
  • Wie wird man also Ingenieur? Diese Frage lässt sich nicht leicht beantworten. Viel Vorinformation ist nötig, um den für sich passenden Studiengang zu finden. Viele Hochschulen bieten Tage der offenen Tür an, an denen man sich meist bei Professoren einige Vorlesungen anhören und anschließend Fragen zum Fach und Studium stellen kann.