Wieviel Privatsphäre braucht ein Kind?

Das Kind schützen oder ihm Privatsphäre bieten? Für viele Eltern ist es schwer, einen guten Mittelweg zu finden.


Eltern wollen ihre Kinder beschützen – vor falschen Freunden, den Gefahren des Internets oder zu vielen Süßigkeiten. Doch sollten Sie dabei dennoch darauf achten, die Privatsphäre des Kindes zu wahren. Schnüffeln Sie also keinesfalls im Kinderzimmer – jedes Kind braucht Geheimnisse.

Die Regeln für Eltern
Kleine Kinder legen noch keinen gesteigerten Wert auf Privatsphäre. Allerdings schätzen sie es gar nicht, wenn man Spielzeug ohne ihre Zustimmung aussortiert. Also sollte man dies immer am besten mit dem Kind absprechen. Ab dem Vorschulalter ist dann ein eigener Bereich etwas sehr wichtiges für Kinder, das Zimmer wird Teil ihrer Persönlichkeit. Deshalb sollte anklopfen ganz normal sein. Kommen Sie auch nicht einfach in das Kinderzimmer, um Staub zu wischen und sauberzumachen, sondern kündigen Sie dies vorher unbedingt an, dann kann es Geheimes gut verstecken. Soll ausgemistet werden, sollten Sie dies unbedingt zusammen mit dem Kind machen. Auch wenn Sie Ihre Neugier kaum beherrschen können – lesen Sie nie das Tagebuch oder Briefe des Kindes. Es hat ein Recht auf Privatsphäre, Eltern müssen akzeptieren, dass sie nie alles von ihrem Kind erfahren werden. Sie haben ein Süßigkeitengeheimversteck entdeckt? Sprechen Sie das Kind darauf an und erklären Sie, dass dies so nicht geht. Handeln Sie gemeinsam mit dem Kind eine Lösung aus, die beide zufriedenstellt. Auch sollten Sie das Kind nicht zu sehr über die Schule ausquetschen, dies endet schnell mit Wortkargheit auf Seiten des Kindes, es ist besser zu warten, bis das Kind von allein anfängt zu erzählen.

Die Freunde des Kindes
Auch wenn Sie Schlimmes über den Freund oder die Freundin Ihres Kindes gehört haben, gehen Sie unvoreingenommen an die Sache heran. Laden Sie das Kind ersteinmal ein und lernen Sie es näher kennen. Scheint das Kind wirklich falscher Umgang zu sein, sollte man vorsichtig fragen, was das Kind an ihm schätzt. Beschreiben Sie dem Kind, was Sie gestört hat und fragen Sie es nach seiner Meinung. Generell lernen Kinder jedoch auch von allein, einzuschätzen, wer zu ihnen passt – manchmal gerade durch solche „Fehlgriffe“.

Gefahren des Internets
Hier gilt ganz klar: Die Sicherheit des Kindes ist wichtiger als seine Privatsphäre. Gerade jüngere Kinder sollte man nicht allein surfen lassen. Auch sollte man sie Kindersuchmaschinen nutzen lassen und einen technischen Filter nutzen, sodass die Kinder nur auf von Eltern freigegebenen Seiten surfen dürfen.
Etwas ältere Kinder hassen es dagegen, kontrolliert zu werden, dennoch sollte man ihnen erklären, dass sie pornografische und gewaltverherrlichende Inhalte vermeiden sollten, da sich diese Bilder oft für immer ins Gedächtnis brennen können. Auch sollte man erklären, worauf man beim Chatten achten sollte, um im jeden Fall anonym zu bleiben.