Windpocken - Eine weitere Kinderkrankheit

Es gibt nur wenige Menschen, die die Windpocken noch nicht im Kindesalter hatten. Man bekommt diese Krankheit nur einmal und sie ist auch - vorausgesetzt derjenige hatte sie noch nicht - ansteckend


Kaum jemand, der sie nicht schon im Kindergartenalter hatte: Windpocken gehören zu den häufigsten Krankheiten. Windpocken (auch als Wasserpocken, Feuchtblattern, Spitze Blattern oder Schafplattern bezeichnet) werden durch den Varizella-Zoster Virus ausgelöst und sind äusserst ansteckend. Die Übertragung geschieht per Tröpfcheninfektion, manchmal über mehrere Meter hinweg.

 

Die meisten Menschen stecken sich bereits im Kindergarten oder Grundschulalter an. Nach überstandener Krankheit profitieren viele Infizierte von einer lebenslangen Immunität. Bei nur 10 Prozent der Patienten bricht die Krankheit erneut aus. Oft in Form einer Gürtelrose, die durch denselben Virus verursacht wird.
Nach der Ansteckung mit dem Windpockenvirus vergehen 10 bis 21 Tage bis zum Ausbruch der Krankheit. Erste Symptome sind Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Wenige Tage darauf bilden sich rote Flecken am Körper und auf dem Kopf. Diese jucken stark und bilden sich zu etwa reiskorngroßen Knötchen aus. Die Pusteln können sich außerdem mit Eiter füllen. Nach einigen Tagen platzen die Bläschen auf, eine schorfige Kruste bildet sich.

Salben, die der Arzt verschreiben kann, helfen, den Juckreiz zu mildern. Sie bestehen meist aus einer Zink-Schüttelmixtur. Auch wenn es schwer fällt, sollten die Pusteln nicht aufgekratzt werden. Denn nach der Abheilung der Windpocken können sich sonst bleibende Narben bilden. In schweren Fällen, vor allem bei Erwachsenen, breiten sich die Windpocken auf die Schleimhäute aus. Betroffen sein können die Mundschleimhäute, die Nasen- und Augenschleimhäute, sowie die Haut an After und Genitalien.

Im Erwachsenenalter kommen Erstinfektionen mit Windpocken nur selten vor. Die Krankheit verläuft in der Regel deutlich schwerer als bei Kindern. In einigen, besonders ernsthaften Fällen kann es im Verlauf der Erkrankung zu einer Hirnhautentzündung (Meningoenzephalitis) kommen. Wird diese nicht erkannt, kann die Krankheit tödlich verlaufen. Bei Verdacht auf Windpocken sollten Erwachsene aus diesem Grund sofort einen Arzt oder im Notfall ein Krankenhaus aufsuchen.

Nachdem die Ernsthaftigkeit der Krankheit lange Zeit unterschätzt wurde, wird seit 2006 eine Kombiimpfung gegen Windpocken, Masern, Mumps und Röteln empfohlen. Die Impfung kann ein zweites Mal durchgeführt werden um den Impfschutz von 72 Prozent auf 90 Prozent zu erhöhen.

 

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