Die Tage werden kürzer, die Temperaturen fallen, man geht im Dunkeln zur Arbeit und kommt im Dunkeln wieder nachhause – an den Winter muss man sich jedes Jahr aufs Neue gewöhnen. Doch viele Menschen leiden, sobald der Herbst einbricht unter einer ernstzunehmenden Krankheit, der Winterdepression.
Symptome
Die saisonal abhängige Depression (SAD), wie die Krankheit auch genannt wird, tritt immer dann auf, wenn der Herbst langsam Einzug hält und verschwindet erst in den Frühlingsmonaten wieder, wenn die Tage endlich wieder länger werden. Typische Symptome sind Energielosigkeit, Traurigkeit, Antriebslosigkeit, ein verstärkter Appetit und die damit verbundene Gewichtzunahme. Zudem kommt man kaum aus dem Bett und hat ein verstärktes Schlafbedürfnis.
Nicht jeder gleich gefährdet
Winterdepression ist eine weibliche Krankheit: Vier mal mehr Frauen als Männer sind betroffen, doch auch Kinder und Jugendliche können ebenfalls darunter leiden. Nicht überall auf der Welt tritt diese Form der Depression gleich häufig auf. Besonders verbreitet ist sie im kalten Skandinavien, im warmen Mittelmeerraum ist die Winterdepression quasi gar nicht verbreitet.
Der Winter Blues
Beim Winter Blues handelt es sich um die abgeschwächte Variante der Winterdepression. Der Antrieb fehlt, man hat unerklärliche schlechte Laune. Ärzte sprechen dann von der subyndromalen SAD (s-SAD). Ob es sich nur um den harmlosen Winter Blues handelt oder um eine ausgeprägte Winterdepression handelt, kann man ganz leicht feststellen. Wirken sich die Beschwerden auf den Alltag, also das Privat- und Berufsleben aus, handelt es sich um eine Winterdepression. Ein Facharzt kann endgültig klären, ob ein Winter Blues oder eine tatsächliche Depression vorliegt.
Nicht genug Licht
Auslöser einer Winterdepression ist das wenige, natürliche Tageslicht in den kalten Monaten. Zudem ist auch noch die Lichtintensität geringer, erschwerend hinzu kommt noch die Kälte. Auf zu wenig Tageslicht reagiert der Körper mit einer verstärkten Ausschüttung von Melatonin und bringt so die innere Uhr durcheinander. Die Folge sind andauernde Müdigkeit und generelle Schlappheit. Zudem wird bei einer Winterdepression wohl nicht genug Serotonin gebildet. Wenn dieser chemische Botenstoff dem Gehirn fehlt, bekommt man verstärkt Lust auf Süßes, denn Schokolade und Co. versorgt die Gehirnzellen ebenfalls mit Serotonin.
Behandlung
Die zwei verbreitetsten Behandlungsmethoden sind die Lichttherapie und die medikamentöse Therapie. Bei ersterer verlängert man den Tag des Patienten künstlich mithilfe eines Lichtgerätes mit circa 2.500 Lux. Eine Stunde morgens und eine abends lässt man sich von dem starken Licht bestrahlen. Bei einer medikamentösen Therapie kommen zumeist Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer oder auch Noradranalin-Wiederaufnahme-Hemmer beziehungsweise Trizyklische Antidepressiva zum Einsatz.