Wohngeld für Studenten: Wie beantragt man diese Fördermöglichkeit?

Prinzipiell gilt, dass es kein Wohngeld für Studenten gibt – doch wie (fast) immer: Es gibt so gut wie keine Regel ohne Ausnahme.


Wohngeld für Studenten wird nur dann gezahlt, wenn kein Anspruch auf BAföG besteht, also so gut wie nie. Irrelevant ist dabei, ob der Student seinen Antrag auf BAföG überhaupt gestellt hat oder nicht. Es spielt auch keine Rolle, ob einem Studierenden die Mittel zur Zahlung des Mietzinses fehlen. Ist dies der Fall, muss er über andere Quellen, wie zum Beispiel über die Mietbeihilfe oder einen Nebenjob, versuchen die Kosten für seine Unterkunft zu decken.

Wesen des Wohngeldes

  • Wohngeld gehört zu den sogenannten „sozialen Förderungen“, die finanziell schwachen Bürgern die Möglichkeit der Miete einer Wohnung auf dem freien Wohnungsmarkt verschaffen sollen. Wohngeld für Studenten fällt nicht darunter, da diese Anspruch auf andere staatliche Leistungen, wie etwa BAföG haben.
  • Im Gegensatz zur landläufigen Meinung ist Wohngeld kein Mietersatz, sondern lediglich ein Zuschuss, der die Kosten einer Miete nie komplett deckt. Die Höhe richtet sich nach der Anzahl der Haushaltsmitglieder und des Gesamteinkommens, wobei Belastungen wie Werbungskosten, Krankenversicherungsbeiträge und ähnliches abzuziehen sind.
  • Zu den einkommensreduzierenden Kosten zählen zum Beispiel Aufwendungen für die Fahrten zur Arbeit, Beiträge zu Berufsverbänden, Berufsbekleidung und andere Arbeitsmittel sowie eine beruflich bedingte doppelte Haushaltsführung.
  • Den Anspruch auf Wohngeld können nur Haushalte anmelden, deren Gesamteinkommen eine bestimmte Grenze nicht überschreitet, Wohngeld wird generell nicht gezahlt, wenn der Wohnraum unangemessen, also zu groß ist oder der Mietpreis nicht dem der ortsüblichen Miete entspricht. Wohngeld für Studenten gibt es unter besonderen Umständen aber dennoch, wobei dann auch für sie die oben genannten Kriterien gelten.

Ausnahmeregelungen für Studenten

  • Wenn auch nur ein Haushaltsmitglied keinen Anspruch auf BAföG hat und keine staatliche Unterstützung in Form von Übergangsgeld I oder Arbeitslosengeld II bezieht, kann Wohngeld für Studenten gezahlt werden. Ist zum Beispiel bei einem Paar, bei dem beide Teile studieren, ein gemeinsames Kind vorhanden, besteht zwar für die Eltern kein Anspruch, für das Kind jedoch schon. Durch dessen Existenz wird die gesamte Familie wohngeldberechtigt, selbst dann, wenn die Eltern nicht miteinander verheiratet sind.
  • Ein Anspruch auf Wohngeld liegt ebenfalls vor, wenn die Ausbildung nicht Bafög-förderungswürdig ist oder das BAföG in Form eines rückzahlbaren Darlehnes gewährt wird.
  • Weitere Ausnahmen von der Wohngeldsperre gibt es bei Ausländern, die nicht die Voraussetzungen für die Ausbildungsförderung erfüllen, bei Überschreitung der Altersgrenze für die Förderung, Abbruch der Ausbildung und/oder Fachrichtungswechsel ohne wichtigen Grund, fehlende Voraussetzungen für eine weitere Ausbildungsförderung, nach Überschreiten der Förderungshöchstdauer, bei Grenzgängern, sowie bei Überschreitung der Studienzeit.
  • Wohngeld für Studenten ist also schwer zu bekommen, eine durchaus geeignete Alternative für finanziell schwache Studierende ist der Antrag auf Mietbeihilfe.