Wohngenossenschaften : Lebenslang günstig wohnen

Anteilseigner von Wohngenossenschaften genießen viele Privilegien. Zu den größten Vorteilen gehören günstige Mieten.


Eine bezahlbare Wohnung zu finden, gerade in Großstädten, kann sich oft zu einem Problem gestalten. Dies gilt besonders wenn man hohe Standards hat oder in einer angenehmen Umgebung wohnen möchte. Aber Makler sind teuer, bis zu zwei Nettokaltmieten dürfen sie verlangen. So mancher fragt sich, welche Leistung man da eigentlich bezahlen soll. Und eine Garantie, dass man die Traumwohnung letztlich bekommt, können auch sie nicht geben. Eine bessere Alternative an günstigen Wohnraum zu kommen, sind sogenannte Bau- oder Wohnungsgenossenschaften.

Die Entstehung von Genossenschaften
Das Prinzip der Wohngenossenschaften gibt es seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. In einer Zeit, in der durch rasantes Städtewachstum Wohnraum knapp und teuer und die Hygiene schlecht war, entstanden die ersten Genossenschaften. Diese überlebten jedoch die Wirtschaftskrise von 1874 nicht. Erst 15 Jahre später ermöglichte ein neues Gesetz die Gründung von Genossenschaften mit begrenzter Haftungspflicht.
Heute gibt es in Deutschland über 2.000 Genossenschaften, die einen Bestand von über zwei Millionen Wohnungen verwalten und drei Millionen Mitglieder haben.

Eigentümer statt Mieter
Das Besondere an Wohngenossenschaften ist, dass der Mieter zum Gemeinschaftseigentümer wird. Indem er eine bestimmte Anzahl von Geschäftsanteilen kauft, ist er nicht nur normaler Mieter sondern Teilhaber eines Unternehmens. So sind sie besser gestellt als Mieter und genießen besondere Privilegien, etwa lebenslanges Wohnrecht. Aber es gibt auch Risiken. Die eingezahlten Anteile werden auf einem Mitgliedskonto eingezahlt und können nun von der Genossenschaft gewinnbringend investiert werden. Das Mitglied erhält jährlich eine gewinnabhängige Dividende, allerdings besteht auch das Risiko eines Totalverlusts des eingezahlten Kapitals.

Verbesserung des Wohnumfelds
Genossenschaften arbeiten nach drei Grundprinzipien: Selbstverwaltung, Selbsthilfe und Selbstverantwortung. Dies bedeutet beispielsweise, dass Überschüsse aus Investitionen in Modernisierungsmaßnahmen fließen, deren Umfang und Details die Mitglieder selbst bestimmen können. Auch Grünanlagen oder Spielplätze können von dem Extra Geld angelegt werden.

Interessentenbogen ausfüllen und abwarten
Wer an einer Genossenschaftswohnung interessiert ist, meldet sich am besten direkt bei der entsprechenden Genossenschaft. Dort füllt man einen sogenannten Mieterinteressentenbogen aus, in dem auch angegeben werden sollte, über welche Ausstattung die Wohnung verfügen sollte, wie hoch die Bruttomiete sein darf und ob man Haustiere halten möchte. Umso detaillierter die Angaben, desto größer auch die Wahrscheinlichkeit, seine Traumwohnung zu finden. Wird die entsprechende Wohnung frei, bekommt der Interessent einen Brief mit allen Kontaktdaten. Die lästige Suche im Internet fällt weg und mit ein wenig Geduld wohnt man schon bald in der Wohnung, die allen Ansprüchen gerecht wird.

Günstig(er) wohnen dank Wohngenossenschaften
Bei Abschluss des Mietvertrags werden die Geschäftsanteile fällig. Eine Mitgliedschaft in einer Genossenschaft ist aber nicht ganz billig, so werden bis zu 2500 € fällig. Jedoch sind die Mietpreise meist deutlich günstiger als die privater Vermieter. Auch die Maklergebühr entfällt komplett.