Wohnungskündigung zurückziehen: Rechte des Mieters

Was ein Mieter tun kann, der seine Wohnung gekündigt hat und diese Wohnungskündigung zurückziehen möchte.


Ein Mieter, der seine Wohnungskündigung zurückziehen möchte, sollte Folgendes beachten: Jede Kündigung ist eine einseitige, empfangsbedü- rftige Willenserklärung. Auf das Mietvertragsrecht übertragen bedeutet dies, dass die Kündigung eines Mietverhältnisses Ausdruck des Willens des Mieters zur Beendigung des Mietverhältnisses sein muss und, dass sie erst mit ihrem Zugang bei dem Vermieter wirksam wird. Ist die Kündigung jedoch erst einmal wirksam, kann der Kündigende unmöglich die Wohnungskündigung zurückziehen. Das alte Mietverhältnis ist unwiderruflich beendet. Die einzige Möglichkeit besteht dann im Abschluss eines neuen Mietvertrages zwischen den bisherigen Mietvertragsparteien. Möchte man also – umgangssprachlich ausgedrückt – seine Wohnungskündigung zurückziehen, muss man herausfinden, ob man seine Kündigungserklärung wirksam abgegeben hat und ob ihr wirksamer Zugang an den Vermieter schon erfolgt ist oder noch verhindert werden kann.

 

 

Wirksame Abgabe der Kündigungserklärung

  • Die Kündigungserklärung darf weder im Scherz gemeint noch auf Grund eines Missverständnisses abgegeben worden sein. Liegt aber keiner dieser Fälle vor, muss geprüft werden, ob die Kündigung der gesetzlich vorgeschriebenen Form genügt.

 

  • Nach § 568 BGB bedarf die Kündigung eines Wohnraummietverhältnisses der Schriftform. Ist die Wohnung von mehreren Mietern zusammen gemietet, so ist die Kündigungserklärung von allen abzugeben und von jedem von ihnen persönlich zu unterschreiben. Ein Telegramm, das ja nicht vom Sender unterzeichnet ist, ist hier nicht ausreichend.

 

Wirksamer Zugang der Kündigungserklärung

  • Ist die Kündigungserklärung wirksam abgegeben worden, stellt sich die Frage nach ihrem wirksamen Zugang. Denn sollte dieser noch nicht erfolgt sein, besteht die Möglichkeit, dass der Mieter die Wohnungskündigung zurückziehen kann, indem er sie widerruft.

 

  • Geht der Widerruf dem Vermieter vor der Kündigungserklärung oder gleichzeitig mit ihr zu, so wird die Kündigung gar nicht erst wirksam. Geht der Widerruf dem Vermieter jedoch erst dann zu, wenn er die Kündigung schon erhalten hat, ist der Widerruf meist unbeachtlich. Das Gesetz gibt dem Kündigenden hier kein Widerrufsrecht. Die einzige Grundlage für ein derartiges Widerrufsrecht könnte eine entsprechende Vereinbarung im bisherigen Mietvertrag sein, was aber äußerst selten der Fall ist.

 

  • Zusammenfassend ist zu sagen, dass bei der Kündigung eines Mietverhältnisses höchste Sorgfalt angebracht ist, da man Wohnungskündigung leider nicht zurückziehen kann.