Seit der Erfindung der ersten Tubencreme im Jahre 1907 durch den Apotheker Ottomar von Meyenburg hat sich viel auf dem Gebiet der kosmetischen Zahnpflege und der Dentalhygiene weiterentwickelt. Heute gehören gesunde, weiße Zähne zu einem gepflegten Erscheinungsbild einfach dazu und wir haben die Qual der Wahl in einem überschwängliches Angebot an Zahncremes für die unterschiedlichsten Bedürfnisse. Um sich in diesem Überangebot zurechtzufinden, sollte man sich über die wichtigsten Bestandteile und Funktionen einer guten Zahncreme informieren.
Die wichtigsten Inhaltsstoffe
Jede Zahnpasta beinhaltet folgende drei Bestandteile: Tenside, abrasive Stoffe und Fluoride übernehmen die wichtigsten Funktionen einer Zahncreme.
Tenside sind schaumbildende waschaktive Substanzen, mit deren Hilfe die Inhaltsstoffe der Creme besser im Mundraum verteilt werden können und Zahnbelag effektiver entfernt werden kann. Abrasive Stoffe sind die festen Putzkörper, die für den Abrieb festsitzender Beläge verantwortlich sind. Hier ist die richtige Dosierung sehr wichtig, da ein zu hoher Abrieb den Zahnschmelz angreifen und nachträglich schädigen kann.
Die dritte Komponente jeder Zahncreme sind Fluoride. Sie lagern das härtende Element Flour in den Schmelz ein und erhöhen so die Widerstandsfähigkeit gegen kariesverursachende Bakterien.
Weitere Inhaltsstoffe sind zu einem großen Teil Wasser und Feuchthaltemittel (je 20-40 Prozent) und circa 10 Prozent machen sogenannte spezielle Wirkstoffe aus, wie Bindemittel, Süß- und Farbstoffe sowie Konservierungsstoffe.
Zahncremes für spezielle Bedürfnisse
Die Industrie bietet außer den gewöhnlichen Zahncremes eine Vielzahl an Produkten für besondere Bedürfnisse im Bereich Dentalhygiene. So finden wir zum Beispiel spezielle Pasten für Kinder, empfindliche Zähne, reife Zähne oder zum Schutz des Zahnfleisches. Pasten für empfindliche Zähne haben zum Beispiel eine niedrige Dosierung abrasiver Stoffe und unterbinden mit speziellen Wirkstoffen den Zugang zum Nerv und somit die Nervreizung. Es ist empfehlenswert, sich individuell bei seinem Zahnarzt zu erkundigen, ob eine spezielle Creme notwendig ist.
Kinderzahncremes haben nicht nur den Vorteil, dass sie durch den süßeren Geschmack angenehmer schmecken, sondern sie enthalten auch eine etwas andere Wirkstoffzusammensetzung, die an Milchzähne angepasst ist, beispielsweise eine niedrigere Fluorid-Dosierung.
Ein spezieller Fall sind aufhellende Zahncremes. Sie entfernen Verfärbungen durch beispielsweise Rotwein, Nikotin oder Kaffee effektiver als normale Cremes. Aus diesem Grund enthalten sie einen sehr hohen Anteil an Abriebstoffen, was unter Umständen den Zahnschmelz nachhaltig schädigen kann. Aus diesem Grund sollten sie nicht täglich zur Pflege benutzt werden. Für Menschen mit freiliegenden Zahnhälsen ist es empfehlenswert komplett auf eine solche Zahncreme zu verzichten, da ein starker Abrieb das weichere Zahnbein schwer schädigen kann.