Mit dem Wort Zeichensprache verbinden die meisten Menschen zuerst die Gebärdensprache. Das ist auch verständlich, schließlich bekommt man diese gelegentlich in der Öffentlichkeit oder im Fernsehen, als Begleitung zu den Nachrichten, zu sehen. Menschen, die dem Hobby des Tauchens frönen, Pfadfinder oder Fluglotsen, werden mit diesem Begriff jedoch auch etwas anderes assoziieren.
Zur Zeichensprache
Der Begriff Zeichensprache ist eigentlich sehr weitläufig. Gemeint ist damit in erster Linie Sprache, die nonverbal mit Hilfe des Körpers zum Ausdruck gebracht wird oder begleitend zur verbalen Kommunikation. Mit nonverbal ist "nicht lautsprachlich" gemeint. Die verbale Kommunikation wird jedoch auch von Gestik, Mimik und Körpersprache begleitet. Somit umfasst der Begriff jede Art von Kommunikation, die mit Hilfe des Körpers betrieben wird. Und das geschieht permanent, ohne dass man bewusst etwas mitbekommt. Aber es gibt in bestimmten Bereichen bewusst entwickelte Systeme, die angewendet werden, um ohne Laute zu kommunizieren. In diesen Bereichen ist es wichtig, dass alle Beteiligten das System auch kennen, damit unmissverständliche Kommunikation betrieben werden kann. Um die unbewusste Körpersprache einwandfrei zu verstehen, muss eher ein Experte her, um die Deutungen zu entschlüsseln. Auch Signalzeichen, wie Straßenbeschilderungen oder Blindenschrift, werden in manchen Fällen als Zeichensprache betitelt.
Anwendungsbereiche
Die Gebärdensprache ist ein entwickeltes System, je nach Land mit Unterschieden, das es Gehör- und/oder Stimmlosen Menschen ermöglicht mit ihrer Umwelt problemlos zu kommunizieren. Meist beherrschen leider nur die Familie des Betroffenen oder nahe Bekannte diese Art der Unterhaltung.
Ein ganz anderer Bereich ist das Tauchen. Da unter Wasser das natürliche Sprechen nicht möglich ist, muss auch hier mit bestimmten Signalen gearbeitet werden, damit beispielsweise, wenn etwas nicht in Ordnung ist, direkt reagiert werden kann.
Pfadfinder benutzen ihr System, um über eine große Entfernung oder aber in Situationen, die ruhig ablaufen müssen, miteinander kommunizieren zu können. Ebenso wie noch heute bestimmte Völker ihre Gesten bei der Jagd einsetzen, um die Beute nicht zu verschrecken.
Auch in Klöstern wird Zeichensprache benutzt, wenn ein Schweigelübde abgelegt werden muss. Und selbst beim Fußball, wo nicht in jeder Liga Schiedsrichter mit Technik ausgestattet sind, wird Zeichensprache zur Verständigung verwendet.