Zeit für Rekorde: Supermodels in den vierziger und fünfziger Jahren

Vergessen Sie Naomi Campbell, Heidi Klum und Co. Wahren Glamour haben nur die Grandes Dames der Modelbranche, die ersten Supermodels wie Lisa Fonssagrives und Suzy Parker.


Sieht man Modefotografien aus den vierziger und fünfziger Jahren erinnern diese mehr an Kunstwerke. Das liegt nicht nur an den exzellenten Fotografen, sondern auch an deren Musen, den ersten Supermodels der Welt. Diese Frauen konnten es sich leisten, nicht als Mannequin auf dem Laufsteg zu arbeiten – das galt bei den gutbezahlten Stars im Modelbusiness nämlich als niedere Arbeit. Stattdessen machten die großen Stars der Zeit nur Fotoaufnahmen – und das mit den besten Fotografen der Zeit. Auch die Gagen der Fotomodelle wurden über die Jahre höher und höher.
Neben den bekannten Fotomodellen Anita Colby, Jean Patchett und Dovima, stachen einige Frauen besonders heraus.

Über Jahrzehnte ein Star
Das hat noch keine vor oder nach ihr geschafft: Die gebürtige Schwedin Lisa Fonssagrives war drei Jahrzehnte als Fotomodell gefragt. Von den dreißiger bis zu den fünfziger Jahren prangte sie auf dem Titel jeder einzelnen Modezeitschrift von Bedeutung. Allein die Vogue zierte sie stolze 200 Mal. Auch privat war sie eine Ausnahmeerscheinung. 1935 ließ sie sich vom Modefotografen Fernand Fonssagrives scheiden, um die lebende Legende Irving Penn zu heiraten. Ebenfalls Fashionfotograf heiratete er so schließlich seine Muse. Sie blieben bis zu ihrem Tod 1992 zusammen.

Supermodels - Schön im Doppelpack
Weitere Stars in der Branche waren die Schwestern Dorian Leigh und Suzy Parker.
Leigh erlangte Weltruhm durch die „Fire and Ice“-Kampagne des Kosmetikherstellers Revlon. Doch neben ihrer Schönheit überzeugte sie auch durch Intellekt und Witz. Der Presse verriet sie einmal, dass sie trotz ihres guten Gehalts (ein Dollar pro Minute) sich nicht erfüllt fühle: „Ich hätte lieber ein Baby, statt einem Pelzmantel.“ Also wurde sie fünffache Mutter, heiratete viermal und wurde, als ihre Modelkarriere zuende ging, Köchin und leitete in Paris ein Restaurant. Ihre Schwester, Suzy Parker war noch erfolgreicher als Leigh. Sie erreichte schließlich einen Stundenlohn von 200 Dollar und wurde das Gesicht von Coco Chanel in den fünfziger Jahren. Doch nicht nur die Designerin war geblendet von der rothaarigen Schönheit: Die Beatles widmeten ihr im Film „Let It Be“ gar einen Song, der nach ihr benannt ist.