Ein zentrales Nervensystem (ZNS) ist die „Steuerungszentrale“ des Menschen. Ihm zugerechnet wird das Gehirn und das Rückenmark. Als „Schalt- oder Steuerungszentrale“ kann das ZNS auch deshalb bezeichnet werden, weil in ihm die Neuronen zusammenlaufen, die das periphere Nervensystem bilden. Über das periphere Nervensystem geschieht mittels elektrischer Impulse und chemischer Botenstoffe eine Reizweiterleitung an das ZNS – die einzige Informationsverarbeitungsstelle im Menschen.
Zentrales Nervensystem - Funktion
Das Zentralnervensystem regelt die Funktion der lebenserhaltenden Organe des Menschen und verarbeitet unter anderem für diesen Zweck innere und äußere Reize. Reize aus der Umgebung – beispielsweise ein Geräusch, ein Geruch oder das Auftreffen eines Gegenstandes auf den Körper – werden von Menschen nicht nur registriert, sondern gleichzeitig mit Bedeutung belegt, kategorisiert und archiviert. Durch die Verarbeitung beziehungsweise Bedeutungsbelegung der äußeren Reize sind Menschen befähigt, angemessen auf andere Menschen, Situationen und Gegenstände zu reagieren. Erfährt ein Mensch zum Beispiel Zärtlichkeiten, indem seine Hand von einem anderen Menschen gestreichelt wird, werden zahlreiche geistige und emotionale Erinnerungen, das heißt gespeicherte Informationen, abgerufen. So kann es sein, dass ein Mensch sich entspannt und in einen Zustand völligen Wohlbefindens versetzt wird, weil er zärtlich gestreichelt wird. Genauso ist es aber auch möglich, dass ein Mensch großes Unwohlsein und Ängstlichkeit entwickelt, weil derartige Streicheleinheiten vom ZNS als „störend“ eingestuft werden. Unabhängig davon, wie angepasst die Reaktion eines Menschen an die Reaktionen und Erwartungen seiner Umwelt ist, versetzt das Zentralnervensystem ihn überhaupt erst in die Lage, eine Verbindung zu seiner Umwelt aufzunehmen.
Zusammen mit dem Gehirn stellt das circa einen halben Meter lange Rückenmark eines erwachsenen Menschen sein Zentralnervensystem dar. Das Rückenmark soll in erster Linie gewährleisten, dass Informationen vom Gehirn an die Muskeln und sonstige Körperorgane gesendet werden und ebenfalls von dort Informationen in das Gehirn gelangen.
Das Gehirn jedes Menschen besteht aus geschätzten 100 Millionen Nervenzellen. Im Laufe des Lebens kann die Zahl abnehmen. Für Denk- und Gedächtnisleistungen sowie für andere menschliche Fähigkeiten ist jedoch weniger die Menge der Nervenzellen entscheidend als vielmehr die Verbindungen zwischen ihnen, die Synapsen.
Speicherfähigkeit
Einer der bekanntesten Funktionen des Gehirns ist dessen Speicherfähigkeit. Wie es schon die umgangssprachliche Aufforderung „Streng mal Deine grauen Zellen an“ auf den Punkt bringt, sind Gedächtnisleistungen und alle sonstigen Fähigkeiten und Fertigkeiten, die Menschen von Tieren unterscheiden, in der grauen Substanz des Großhirns lokalisiert. Sogenannte höhere Hirnfunktionen des Menschen sind beispielsweise logisches Denken wie auch Einfühlungsvermögen und soziale Fähigkeiten.
Die diversen Funktionen des Großhirns laufen in verschiedenen Gehirn-Lappen ab. Während im Stirn- und Frontallappen das Verhalten und Denken platziert ist, ist der Schläfenlappen für Sprach- und Hörfähigkeiten zuständig. Zusätzlich finden überwiegend dort Lern- und Gedächtnisvorgänge statt.