Zillmerung - Herleitung und Bedeutung für die Versicherungsmathematik

Die Zillmerung – finanzmathematische Berechnungsmethode der Abschlusskosten bei Lebens- und Krankenversicherungen.


Als Zillmerung bezeichnet man eine finanzmathematische Berechnungsmethode nach der bei Lebensversicherungen und Krankenversicherungen die Abschlusskosten berechnet werden. Die Abschlusskosten bestehen aus der Abschlussprovision und den Kosten der Risikoprüfung. Bis zur Einführung des Zillmerns wurden diese Kosten direkt nach Vertragsabschluss fällig und musste somit vom Versicherungsnehmer auch zu diesem Zeitpunkt komplett gezahlt werden. Seit der Einführung des Zillmerns werden die entstandenen Kosten auf die laufenden Beiträge aufgeschlagen. Die Einbeziehung der Abschlusskosten wird über einen Zeitraum von mehreren Jahren durchgeführt, was bedeutet, dass die gesamte Summe der Abschlusskosten um ein Vielfaches geteilt wird, so das kleinere Beträge entstehen, die dann auf den Bruttobeitrag aufgeschlagen werden. Beim Zillmerungs-Verfahren ist vorgesehen, dass der Anteil am Anfang der Beitragszahlung am Höchsten ist und mit den Jahren kontinuierlich abnimmt.

Die Herleitung der Zillmerung
In der Versicherungswirtschaft wurde in früheren Zeiten das sogenannte Bruttobeitrags-Verfahren genutzt. Das Zillmern unterscheidet sich insoweit von dieser älteren Berechnungsmethode, als dass die laufenden Aufwendungen außer Betracht gelassen werden und es zu entsprechenden Beitragszuschlägen kommt, wobei der ursprüngliche Beitrag nach den Rechnungsgrundlagen des Leistungsbarwertes erfolgt. Abgeleitet wird das Zillmern jedoch nicht aus dem erwähnten Bruttobeitrags-Verfahren, sondern aus dem sogenannten Nettobeitrags-Verfahren. Hierbei wurde eine Beitragsstelle hinzugefügt, welche die Abschlussaufwendungen decken sollte. Dies nannte sich der Zillmer-Zuschlag. Heute ist diese Variante so nicht mehr durchführbar, da die benötigten Risikobeiträge nicht vollständig abgedeckt werden konnten und daher mit den heutigen Bestimmungen der Deckungsrückstellungen nicht vereinbar sind.

Die Bedeutung für den Versicherungsnehmer
Durch die umgelagerte Zahlung der Abschlusskosten entstehen in den ersten Jahren des Versicherungsverlaufes nur sehr geringe Rückkaufswerte, was sich als negativ für den Versicherungsnehmer erweist, wenn dieser den Vertrag in diesem Zeitraum kündigen möchte. Ein rechtlicher Zusammenhang zwischen der Anwendung der Zillmerung in der Bilanz und der vertraglichen Vereinbarung nach Rückkaufswerten kann jedoch nicht hergestellt werden. Beide Positionen stehen völlig unabhängig voneinander, was bedeutet, dass es den beiden Vertragspartnern, also dem Versicherungsunternehmen und dem Versicherungsnehmer, frei steht, die Rückkaufswerte in beliebiger Höhe, zu vereinbaren. Tatsächlich mussten bis 1994 die Rückkaufswerte in der gleichen Höhe der Deckungsrückstellung nach dem Zillmerungsverfahren sein, jedoch wurde dieser Zusammenhang aufgehoben, was die Position des Versicherungsnehmers stärkt.