Zimmermannshut - Bedeutung

Der Beruf des Zimmermanns ist einer der ältesten überhaupt, bedenkt man, dass Überlieferungen zufolge bereits Jesus und dessen irdischer Vater dieses Handwerk ausübten.


Aber auch für weniger bibelfeste Menschen gilt, dass in historischer Zeit jeder Hausbesitzer auch zugleich ein einfacher Zimmermann war. Erst später, als sich im Mittelalter die Zünfte bildeten, wurden die Fertigkeiten verfeinert, Berufsgeheimnisse gehütet und unterschiedliche Vereinigungen gebildet. Selbst ausgebildete Gesellen wurden von ihren Meistern oft nicht in dessen feinste Künste eingeweiht. Um nach der Ausbildung ihr Wissen zu erweitern, gingen sie nach der Freisprechung (Lehrabschlussprüfung) auf Wanderschaft, auch Walz oder Tippelei genannt.

 

 

Zimmermannshut - Teil der Handwerkertracht

Ein herausragendes Merkmal der Berufstracht der Zimmerleute ist neben dem festen Wams, einer Jacke mit auffallenden silbern glänzenden Knöpfen, der Schlapphut mit der neun Zentimeter breiten Krempe. Dadurch ist jeder Zimmermann sofort zu erkennen, auch wenn der Zimmermannshut den Handwerker ursprünglich nur vor Regen, Sonne, Schmutz und Staub schützen sollte. Diese besondere Tracht darf ein Zimmermann aber erst nach bestandener Ausbildung tragen und er tut das hauptsächlich bei der Arbeit und auf der Walz.

Symbolkraft der Dreiteilung

Der Zimmermannshut hat neben der auffällig breiten Krempe ein weiteres Merkmal: die dreigeteilte Kopfform, die als Symbol der drei Aufgaben auf der Wanderschaft zu sehen ist. Die Wanderschaft diente seit jeher dazu, erstens sein Wissen zu erweitern, zweitens das eigene Wissen weiter zu geben und drittens fremde Länder kennen zu lernen und Lebenserfahrung zu sammeln.

Tradition als sympathische Form der Öffentlichkeitsarbeit

Meist sind es Mitglieder so genannter Schächte, die auf die Walz gehen. Schächte sind Vereinigungen von Handwerkern, ähnlich der Studentenverbindungen. Bis 1980 waren nur Männer für die Walz zugelassen, heute gibt es einen zehnprozentigen Anteil an Frauen in dieser Berufsgruppe. Wer auf Wanderschaft geht, muss einige Regeln einhalten. So muss man ledig und kinderlos sein und darf keine Schulden haben. Außerdem hat sich das Betätigungsfeld weiter als 50 Kilometer vom Heimatort entfernt zu befinden. Der Wandergeselle geht zu Fuß oder lässt sich per Anhalter mitnehmen, öffentliche Verkehrsmittel darf er benützen, aber das wird nicht gerne gesehen. Ein eigenes Auto ist in diesen drei Jahren und einem Tag währende Zeit tabu.