Zimmervermietungen betreiben: Rechtliche Vorbereitung

Wer private Zimmervermietungen betreiben will, muss sich außer um die Ausstattung um die rechtlichen Voraussetzungen kümmern.


Mit privaten Zimmervermietungen haben sich in den Tourismusgebieten in früheren Jahrzehnten viele Hausbesitzer gutes Geld verdient. Die Bedeutung privater Zimmervermietungen ist jedoch inzwischen sehr zurückgegangen.
In private Zimmervermietung muss erst einmal Geld investiert werden. Die Ansprüche sind gestiegen. Was heute erwartet wird, sollte der künftige Privatvermieter mit der örtlichen Tourismusorganisation besprechen. Auch, dass er dort in die gedruckten wie in die Online-Kataloge aufgenommen wird. Dafür muss der Vermieter dem Tourismusverein beitreten und dort Beiträge bezahlen. Für die Vermittlung von Gästen erwartet der Verein Provision. Soweit Kurtaxe erhoben wird, muss der Privatvermieter dies der örtlichen Kurverwaltung – oder wie die Dienststelle jeweils heißt – anzeigen und das Erhebungsverfahren besprechen. In manchen Kurorten bekommt der Vermieter für die Erhebung der Kurtaxe einen kleinen Anteil.

Die Zimmervermietung ist unter Umständen als Gewerbe anzeigepflichtig
Wenn der Vermieter mehr als neun Betten vermietet, gilt dies als Gewerbe. Der Hausbesitzer muss dies bei der örtlich zuständigen – Stadt, Gemeinde, Amtsverwaltung – Gewerbeaufsichtsdienststelle anzeigen. Dafür muss er vorgeschriebene Vordrucke verwenden, die er meist bei dieser Behörde erhält. Die Gewerbeaufsicht leitet die Anzeige an das zuständige Finanzamt weiter. Von dort erhält der Privatvermieter eine Steuernummer – soweit er diese nicht bereits hat.
Die Erlöse aus den Zimmervermietungen sind nach Überschreiten bestimmter Freigrenzen umsatzsteuerpflichtig. Das Finanzamt erwartet in diesem Falle vierteljährlich Voranmeldungen, die heute elektronisch erfolgen müssen. Am besten bespricht der angehende Vermieter dies mit einem Steuerberater, der ihn auch über die einkommensteuerrechtlichen Folgen informieren wird. Der Ertrag privater Zimmervermietungen ist durchweg nicht so hoch, dass die Erlöse gewerbesteuerpflichtig werden könnten. Auch dies sollte jedoch mit dem Steuerberater besprochen werden.

Private Zimmervermieter müssen unter Umständen Fremdenverkehrsbeitrag zahlen
Viele Tourismusgemeinden erheben einen Fremdenverkehrsbeitrag. Den müssen alle bezahlen, die irgendwie aus dem Tourismus Nutzen ziehen. Die Zimmervermietungen zählen allemal dazu. Ob und wann dieser Beitrag zu zahlen ist, muss mit dem örtlichen Steueramt besprochen werden.
Sind alle diese abgaben- und steuerrechtlichen Voraussetzungen erfüllt, kann der Betreiber von Zimmervermietungen seine Räume eigentlich nur noch fein herrichten und warten sich, dass sich Gäste melden. Das wird einigen Vorlauf brauchen. Vergessen Sie nicht, dass die Gäste umsorgt sein wollen – dann kommen sie auch wieder.