Zinkdruckguss: eine Beschreibung des Verfahrens

Mit dem Zinkdruckguss können kleine bis mittelgroße Bauteile in einer großen Auflage schnell produziert werden.


Im Zinkdruckguss werden Kleinteile wie Reißverschlusskrallen und mittelgroße Teile wie Gehäuse, Türgriffe, Modelleisenbahnen und Schlösser hergestellt. Diese Produkte haben eine große Härte und Festigkeit und werden in einer hohen Präzision gefertigt.

Das Verfahren
Für den Zinkdruckguss werden meist Zamak-Legierungen verwendet, die zusammen mit dem Zinkdruckgussverfahren entwickelt wurden. Der Begriff Zamak erklärt auch schon die Bestandteile der Legierung, die einzelnen Buchstaben stehen für Zink, Aluminium, Magnesium und Kupfer. Reines Zink ist für das Verfahren nicht geeignet, deshalb werden kleine Mengen der anderen Metalle beigemischt, wodurch auch gleichzeitig die Festigkeit des Materials erhöht wird. Aluminium ist in der Legierung mit etwa 4 Prozent enthalten, Kupfer mit 1 bis 3 Prozent und Magnesium lediglich mit 0,035 bis 0,06 Prozent. In den letzten Jahren sind besonders für sehr dünnwandige Bauteile weitere Zinklegierungen entwickelt worden, die einen höheren Anteil an Aluminium und Kupfer enthalten und Wandungen von 0,3 Millimetern ermöglichen.
Die Legierung wird geschmolzen und mit hohem Druck und extrem hoher Geschwindigkeit in eine Gussform gepresst. Je nach gewünschter Wanddicke und Oberflächenqualität dauert dieser Vorgang nur 10 bis 20 Millisekunden. Aufgrund dieser hohen Produktionsgeschwindigkeit und der schnellen Erstarrung der Legierung können große Mengen in kurzer Zeit produziert werden. Zinklegierungen beginnen bei etwa 390 Grad Celsius zu schmelzen, verarbeitet werden sie bei etwa 430 Grad Celsius. Gegossen werden sie in einer Warmkammer-Druckgießmaschine, die meist automatisch gesteuert wird. Nach der Herstellung können die Bauteile je nach Bedarf geschliffen, poliert oder auch nur entgratet werden, ebenso ist eine Oberflächenbehandlung durch Pulverbeschichtung oder Ähnliches möglich.

Die Einsatzgebiete
In der Druckgusstechnik können Bauteile mit großer Stabilität und Langlebigkeit hergestellt werden. Das mögliche Endgewicht kann weniger als ein Gramm oder mehr als ein Kilo betragen. Nahezu jede Form ist möglich, daher finden die Bauteile in den unterschiedlichsten Bereichen Verwendung. Besonders die Automobilindustrie ist ein großer Abnehmer, hier werden Bauteile aus Zinkdruckguss als Gehäuse für Anlasser und Scheibenwischer sowie als Träger für Spiegel und Scheinwerfer benutzt. Aber auch im Möbelbau, der Medizintechnik und der Sanitärtechnik werden sie eingesetzt. Produkte aus Zinklegierungen schirmen elektromagnetische Strahlen ab und finden deshalb auch oft in elektronischen Anlagen Verwendung, um dort einen störungsfreien Ablauf zu gewährleisten.