Zinsswap - was ist das?

Zinsswaps als Absicherung variabler Darlehnszinsen und Spekulationsmöglichkeit.


Einfach formuliert ist ein Zinsswap ein Vertrag zwischen zwei Parteien, dem gegenseitige Zinszahlungen auf einen festen Nennwert zu Grunde liegen. Eine Partei zahlt über eine bestimmte Frist zu bestimmten Zeitpunkten einen festen Zins, die andere Partei im Gegenzug zu diesem Zeitpunkt einen variablen, am Markt, orientierten Zins. Für den einen Vertragspartner ist es eine Absicherung gegen Zinsänderungen bei steigenden Zinsen, für den anderen ist es ein Spekulationsinvestment. Zinsswaps unterliegen keinen normierten Rahmenbedingungen sondern werden individuell ausgehandelt. Es gibt dazu allerdings ein Standardvertragswerk, der International Swaps and Derivatives Association.

Funktion und Vorteil eines Zinsswaps
Das Unternehmen A hat bei der Bank B einen Kredit über eine Million Euro zu einem variablen Zinssatz aufgenommen. Dieser Zins wird regelmäßig an den Markt angepasst. Um das Risiko steigender Zinsen zu minimieren, geht A einen Swap mit C ein. A zahlt an C ebenfalls auf den Betrag von einer Million Euro einen festen Zinssatz, C hingegen auf diesen Betrag einen variablen Zins. Mit diesem variablen Zins wiederum bedient A das Darlehen bei der Bank. Diese einfache Form des Zinsswaps wird als „Plain Vanilla Swap“ bezeichnet. Grundsätzlich gilt, dass die Kredite nicht identisch und auch nicht auf die selbe Währung lauten müssen. Da die Entwicklung des Zinses, den A der Bank schuldet, identisch ist mit dem variablen Zins, den er von C erhält, reduziert er sein Zinsrisiko auf die Differenz zwischen dem festen Zins an C und dem variablen Zins an B. Der variable Zins wird zwischen den Teilnehmern nicht willkürlich gewählt, sondern orientiert sich an Indices. Zur Vereinfachung werden nicht die gesamten Zinszahlungen gegenseitig ausgeführt, sondern nur die Differenz zwischen variablem und festem Zins.

Chancen und Risiken des Swapgeschäftes
Das Kreditrisiko ist bei einem Zinsswap relativ gering. Es bezieht sich für den Differenzempfänger nur auf die Marge zwischen festem und variablem Zins. Spekulativ bei einem Zinsswap sind die Erwartungen auf die Entwicklung des variablen Zinses. Werden die Kredite auf unterschiedliche Währungen abgeschlossen, kommt, je nach Standpunkt, ein Währungsrisiko oder die Chance auf zusätzliche Gewinne durch Wechselkursänderungen dazu („Cross Currency Swap“). Weitere Varianten sind, dass beide Parteien mit variablen Zinsen arbeiten, allerdings mit unterschiedlichen Indices. Beispielsweise wird ein 3-Monatsindex gegen einen 6-Monatsindex gerechnet.