Zipfelkapuze: Geschichte

Die Zipfelkapuze kann man auch heute noch tragen – dabei ist sie schon sehr alt und das Wort "Kapuze" stammt ursprünglich aus dem Lateinischen.


Den Ursprung der Zipfelkapuze kann man in einem Kleidungsstück aus dem Mittelalter sehen, das "Gugel" hieß. Es war eine kapuzenartige Kopfbedeckung für Männer, die auch die Schultern bedeckte und mit einem überlangen Zipfel verziert wurde. Diese Kopfbedeckung war seit dem 14. Jahrhundert sehr modisch. Im Laufe der Zeit entwickelten sich alternative Formen der Kopfbedeckung, die nicht mehr die Schultern bedeckten, sondern nur den Kopf. Diese Art war unter dem Namen Cappuccio oder Chaperon bekannt und wurde sowohl von Männern, als auch von Frauen getragen. Die Tatsache, dass diese Kopfbedeckung sehr verbreitet und allgemein bekannt war, unterstützt auch die Präsens solcher Kopfbedeckung in den Märchen, Erzählungen und Volkssagen, wo nicht nur die Narren am Königshof Kapuze mit dem langen Zipfel getragen haben – eventuell noch mit einem Glöckchen. Das Rotkäppchen, die Zwerge, aber auch der König beim Schlafen hatten nichts anderes auf dem Kopf, als eine Zipfelkapuze. So wachsen schon die kleinsten Kinder vertraut mit diesem Begriff auf.

Zipfelkapuze als Teil eines Habits, einer Ordenstracht
Seit dem Mittelalter gilt die Zipfelkapuze auch als fester Bestandteil eines Ordensgewandes und wird ausschließlich von Männern (Mönchen) getragen. Je nach Ordensgemeinschaft ist sie in verschiedenen Farben zu sehen, meistens aber schwarz, braun, grau, weiß oder blau. Wie man sieht, ist die Ordenstracht aus der normalen Zivilkleidung der einfachen Bevölkerung entstanden. Die Kapuze diente als schützende Kopfbedeckung vor Kälte und Nässe und wurde meistens aus Wolle hergestellt.

Modisches Kleidungsstück
Wir finden die Zipfelkapuze auch bei den Reise- und Regenmänteln, wo sie wieder ihre schützende Funktion erfüllt. Als modisches Kleidungsstück erscheint sie in den 30er Jahren, meistens als ein Teil des Pullovers und wird eher als Berufs- und Sportbekleidung betrachtet. Oft hat eine solche Zipfelkapuze auch Schnüre, um sie zuschnüren zu können. Dieses Kleidungsstück kann heute ebenfalls eine andere Bedeutung haben, nicht nur um seine praktische Funktion zu erfüllen. Es kann einen bestimmten Lebensstil zum Ausdruck bringen – zum Beispiel Hippie, Hinduismus oder Buddhismus.