Zöliakie bei Kindern

Eine Zöliakie bei Kindern ist entweder angeboren oder entwickelt sich während der ersten Lebensmonate.


Die Mehlunverträglichkeitsstörung Zöliakie ist keine Allergie im eigentlichen Sinn. Etwa ein Viertel aller Menschen trägt die Veranlagung für diese Störung in sich, aber lediglich bei etwa jedem 800. bis 1000. Deutschen, das sind circa 80.000 Menschen, tritt die Unverträglichkeit auch wirklich auf. Diese Störung kann entweder angeboren oder erworben sein.

Was ist eine Zöliakie?

Gluten, eine Sammelbezeichnung für eine Gruppe von Eiweißen – die für die Backfähigkeit von Mehl zuständig ist – wird auch als Klebereiweiß bezeichnet. Es findet sich in fast allen bekannten Getreidesorten, unter anderem Weizen, Hafer, Roggen und Gerste. Bei Betroffenen kommt es zu allergischen Reaktionen, wenn ein Getreideprotein mit der Dünndarmschleimhaut in Berührung kommt. Daraufhin entwickelt sich eine Entzündung. Im weiteren Verlauf treten Resorptionsstörungen auf, die Darmwand wird geschädigt, das heißt, die Dünndarmzotten – die etwa 95 Prozent der Darmoberfläche ausmachen – gehen zugrunde. Durch die gestörte Resorption werden nicht mehr genügend Vitamine, Eisen und Kalzium aus der Nahrung aufgenommen, es kommt zu Mangelerscheinungen. Als Folge des in Mitleidenschaft gezogenen Verdauungstraktes verändern sich Konsistenz, Aussehen und Geruch des Stuhls; er wird massig (Fettstuhl) und übel riechend.

Die betroffenen Kinder sind auffallend schlechter Laune, haben keinen Appetit mehr und wachsen nicht mehr. Durch den Eiweißmangel verfärben sich die Haare weiß. 

Zöliakie bei Kindern

In den vergangenen Jahren ist man der Bekämpfung dieser Unverträglichkeit erheblich näher gekommen. Eine Empfehlung beispielsweise lautet, dem Kind vor dem sechsten/siebten Lebensmonat nur glutenfreie Lebensmittel anzubieten. Denn Forscher haben erkannt, dass Zöliakie bei Kindern nicht auftritt, wenn sie in den ersten Lebensmonaten keine Gluten-haltigen Lebensmittel zu essen bekamen. Ein Anzeichen dieses Trends zeigt sich unter anderem in dem Verfüttern von Grießbrei und Haferschleim. Während in der Vergangenheit beide Lebensmittel noch zur Standardnahrung für Neugeborene gehörten, werden sie heute erst ab dem siebten Lebensmonat empfohlen.

Eltern sollten beim Selberkochen genau darauf achten, welche Getreidesorten glutenfrei sind. Auch beim Kauf von fertigen Gläschen muss auf die Zutatenliste geachtet werden.

Glutenhaltige Getreide:

  • Roggen
  • Weizen
  • Gerste
  • Dinkel
  • Grünkern
  • Emmer
  • Einkorn
  • Kamut
  • Grieß
  • Hafer

Glutenfreie Getreide:

  • Mais
  • Hirse
  • Reis
  • Amaranth
  • Quinoa
  • Soja
  • Wildreis
  • Tapioka
  • Maniok
  • Sago/Perlsago

Nach einer andauernden glutenfreien Diät regeneriert sich die Darmflora wieder, auch das Risiko für Langzeitschäden geht zurück.