Zucker - der süße Verführer

Zu viel Zucker ist schädlich - nicht nur für die Zähne, sondern auch für den Körper. In Maßen genossen ist aber auch Zucker eine wohlschmeckende Leckerei, die den Alltag versüsst


Er steckt überall. Nicht nur in Gummibärchen, Schokolade und ähnlichen Süßigkeiten, sondern auch in Ketchup, Instant-Tees, Obstkonserven, Fruchtjoghurt und Salatsoßen versteckt er sich: der Zucker! Täglich nehmen wir mehr als 100 Milligramm davon zu uns - eine Dosis, die durchaus Anlass zur Sorge bietet. Manchmal essen wir ihn beabsichtigt, um den süßen Zahn zu füttern, manchmal aber auch komplett unbewusst. Und wenn es nicht das Produkt der Zuckerrübe ist, das wir zu uns nehmen und das den süßen Geschmack hervorruft, ist es irgendein Ersatzstoff.

Zucker als Dickmacher und Suchtobjekt
Statistiken stufen übermäßigen Zuckergenuss als zweitwichtigsten Faktor der ungesunden Ernährung, gleich hinter einer zu fetthaltigen Ernährung, ein. Zucker steht in dem Ruf, nicht nur dick, sondern auch noch süchtig und krank zu machen und ein Vitaminräuber zu sein. Zudem weiß schon jedes Kind, dass Zucker schlecht für die Zähne ist und Karies verursacht. Doch all dieses Wissen um die gesundheitsschädigende Wirkung von Zucker hält uns von seinem Genuss nicht ab. Er gehört viel mehr zum Leben dazu. Zucker produziert Glückshormone im Gehirn, hebt die Stimmung, tröstet und vertreibt seelische und körperliche Schmerzen. Süßigkeiten gelten als die Glücklichmacher schlechthin. Zudem ist er der einzige Energielieferant für das Gehirn und versorgt auch den restlichen Körper mit wichtigen Kohlenhydraten. Zucker stellt in der Ernährungswissenschaft durch seinen Nährwert also ein zweischneidiges Schwert dar, über dessen Schädlichkeit Uneinigkeit herrscht.

Die Liebe zum Zucker
Eine Vorliebe für Süßes ist allen Menschen angeboren. Einer finnischen Studie zufolge soll ein bestimmtes Chromosom im Erbgut für unsere Affinität zu Süßem verantwortlich sein. Grund dafür könnte sein, dass Zucker oder zuckerhaltige Nahrungsstoffe in der Frühphase der Evolution als schnelle Energielieferanten und daher als sehr erstrebenswert betrachtet wurden. Aus diesem Grunde reagieren auch schon Neugeborene fasziniert und geradezu verzückt auf Süßes.

Kleine Sünden durchaus erlaubt
Auch mit zunehmendem Alter lässt die Begierde der Kinder auf das Naschwerk nicht nach: Schokoladenosterhasen, - weihnachtsmänner, - tafeln, - kugeln und -bonbons sollen das scheinbar nie endende Verlangen nach Süßem befriedigen. Doch das richtige Maß ist wichtig, denn sonst leidet das Kind ziemlich schnell unter Übergewicht und anderen gesundheitlichen Problemen. Eltern sollten sich allerdings davor hüten, Schokolade und andere Süßigkeiten zu tabuisieren. Eine gesunde Ernährung bedeutet auch, dass es keine Verbote gibt - da diese nur allzuschnell Heißhunger auf das Unerreichbare wecken - sondern, dass man sich daran hält, in Maßen zu genießen. Der komplette Verzicht auf Süßes und Zucker allgemein sorgt nämlich lediglich für schlechte Laune und letztendliche Misserfolge. Statt dessen, lieber das Stückchen Kuchen oder jenen Schokoriegel essen, und damit den Appetit stillen, als hinterher in blindes Frustessen zu verfallen.