Zuckungen - Faszikulation

Die Neurologie bezeichnet das Zucken einzelner Muskelfasern ohne Bewegungseffekt Faszikulation.


Zuckungen einzelner Muskelfasern ohne Bewegungseffekt nennt man in der Neurologie Faszikulation. Die Art seines Auftretens kann sehr unterschiedlich sein, von einem leichten Vibrieren hin zu einem deutlich wahrnehmbaren Zucken. Doch obwohl es sich um ein neurologisches Phänomen handelt, besteht zunächst kein Anlass zur Sorge. Die meisten Zuckungen von Muskeln sind durch einen unsteten und stressigen Alltag zu erklären.

Was sind Faszikulationen?
Umgangssprachlich nennt man die Muskelzuckungen auch „Muskel-Tics“. Sie sind in der Regel nicht schmerzhaft und können alle Bereiche des Körpers betreffen, etwa Augenlid, die Hand oder den Fuß. Diese körperlichen Reaktionen sind physiologisch völlig normal, können beispielsweise beim Einschlafen oder infolge bestimmter Schreckreaktionen auftreten. Sie kann ganze Muskeln (Myoklonus) oder Muskelfaserbündel (Faszikulationen) betreffen.

Begleiter eines unruhigen Alltags
Die Art harmloser Muskelzuckungen, unter der jeder ab und an einmal leidet, nennt der Mediziner benigne Faszikulationen. Sie sind Anzeichen eines unruhigen und unausgeglichenen Lebensstils und in der Regel kein Anlass zur Sorge. So können Zuckungen des Augenlids oder der Hand nach einem langen Abend in der Kneipe mit viel Alkohol, hohen Mengen aufputschenden Substanzen wie etwas Koffein oder auch Nährstoffmangel ausgelöst werden. Auch Müdigkeit, lang anhaltender Stress und wenig Schlaf können als Ursachen angesehen werden. Wenn keiner dieser Ursachen verantwortlich gemacht werden kann, ist es in manchen Fällen auch ein seelisches Ungleichgewicht, das zu den Muskelzuckungen führt. Besonders das Augenlid ist dann von einem Zucken betroffen. Diese Erscheinung ist aber eher als unbedenklich einzustufen und dürfte nach wenigen Tagen wieder verschwunden sein.

Fragwürdige Ursachen
Neben den bereits genannten Gründen werden von Naturheilkundlern und alternativ eingestellten Medizinern auch andere Ursachen für Faszikulationen verantwortlich gemacht. Zu diesen nicht bewiesenen Auslösern gehören beispielsweise Amalgamfüllungen oder eine durch falsche Ernährung ausgelöste Übersäuerung des Körpers. Auch ein Übertraining wie sie bei besonders ehrgeizigen Sportlern, besonders Bodybuildern, vorkommt, könnte ursächlich sein.

Begleiterscheinung neurologischer Erkrankungen
In seltenen Fällen sind Muskelzuckungen tatsächlich die Folge von Störungen im Zentralen Nervensystem. Wenn es zu Störungen der motorischen Nervenzellen beziehungsweise der Weiterleitung untereinander kommt, stecken ernste Erkrankungen dahinter. Das prominenteste Beispiel ist die Nervenerkrankung ALS (Amyotrope Lateralsklerose), bei der nach und nach die motorischen Nervenzellen absterben.

Auch bei einer Diabetes-Erkrankung und der damit einhergehenden Polyneuropathie (Absterben peripherer Nervenzellen und daraus folgende Empfindungsstörung und verminderte Wahrnehmung von Schmerz) kann es zu Muskelzuckungen kommen.

Grundsätzlich betreffen Muskelzuckungen solche Menschen, bei denen eine Erkrankung des Gehirns und/oder des Rückenmarks diagnostiziert worden ist.

Sollten die Muskelzuckungen längere Zeit anhalten oder sogar an Intensität zunehmen, ist unbedingt der Hausarzt aufzusuchen.