Zum Bafög dazuverdienen - wieviel ist erlaubt?

Natürlich möchten die meisten Studenten zum BAföG dazuverdienen, es gibt Freibeträge, die nicht anrechenbar sind, was darüber liegt, mindert die Förderung.


Zum BAföG dazuverdienen kann ein Student nicht unbegrenzt, doch je nach Tätigkeit gibt es sehr große Unterschiede bei den Freibeträgen. Hierbei wird zusätzlich differenziert, ob es sich um einen Single, einen unterhaltspflichtigen Studenten oder einen verheirateten Studenten mit oder ohne Kind(er) handelt. Der Bewilligungszeit für die Berücksichtigung des Einkommens beginnt mit dem Monat, in dem der Antrag gestellt wurde, und endet mit Ablauf eines Jahres.

Einkommensmöglichkeiten bei BAföG

  • Generell darf ein lediger Student ohne familiäre Verpflichtungen jährlich bis zu 4.800 Euro brutto zum BAföG dazuverdienen, das heißt, durchschnittlich 400 Euro im Monat sind nicht anrechenbar. Dabei spielt die Art der Ausbildung im Gegensatz zur Vergangenheit keine Rolle, das anrechenbare Bruttoeinkommen ist der Betrag, der sich ergibt, nachdem vom Einkommen die Werbungskosten und eine Sozialpauschale abgezogen wurden.
  • Das Einkommen bei BAföG orientiert sich am Einkommensteuergesetz, sodass es einige Regelungen gibt, durch die der Student im Endeffekt deutlich mehr verdienen kann als die genannten 400 Euro monatlich. Zu den zu versteuernden Einkünften zählen die Gewinne aus selbstständiger Tätigkeit, Einnahmen aus sozialversicherungspflichtigen Arbeiten, inklusive der Minijobs, Einkünfte aus Immobilien und Kapitalvermögen, wobei die üblichen Pauschbeträge in Höhe von 920 Euro in Abzug gebracht werden können, bei Nachweis entsprechend mehr.
  • Nebenjobs als Ausbilder, Erzieher, Betreuer und Übungsleiter sowie als Künstler oder im Pflegebereich senken die Einnahmen zusätzlich pauschal um 2100 Euro. Bis zu 500 Euro pro Jahr können Studenten im Rahmen von ehrenamtlichen Tätigkeiten in einem gemeinnützigen Verein sowie bei kirchlichen Organisationen und bei einer öffentlichen Einrichtung zum BAföG dazuverdienen, da es sich dabei um sogenannte Aufwandsentschädigungen handelt.

Was beim BAföG nicht zum Einkommen zählt

  • Zahlen Eltern oder der Ehemann, respektive Lebensgefährte, in einer bestehenden Lebensgemeinschaft Unterhalt, wird dieser nicht dem Einkommen hinzugerechnet, dasselbe gilt für Sozialhilfe, Kindergeld, steuerbefreite Einnahmen im Sinne der Ehrenamts- oder Übungsleiterpauschale, Förderkredite von Bund und Ländern sowie Studentenkredite, Wohngeld, Arbeitslosengeld II, Mutterschafts- und Elterngeld im Rahmen der Freibeträge und Ähnliches.
  • Stipendien sind bis 300 Euro frei, sofern sie im Rahmen der Begabtenförderung gewährt wurden, wobei zweckgebundene Zusatzzahlungen ebenfalls nicht angerechnet werden.
  • Private Schulgelder und Studiengebühren mindern das Einkommen um bis zu 205 Euro, wobei die Zahlungen für Verwaltungs- und Studiengebühren an einer staatlichen Hochschule nicht darunter fallen. Für Mütter und Väter mit im Haus lebenden Kindern, gelten andere Freibeträge, als für kinderlose Studenten. Bei ihnen sind 485 Euro pro Monat frei, wobei Unterhaltszahlungen des anderen Elternteils abzuziehen sind, ähnliche Grenzen gelten für Ehepaare und Lebensgemeinschaften. Ein Student kann also durchaus mehr als vierhundert Euro zum BAföG dazuverdienen, wenn er die Freibeträge entsprechend nutzt.