Zusammenhang zwischen Hühneraugen und Diabetes

Hühneraugen und Diabetes hängen eng zusammen. Diabetiker haben ein doppeltes Risiko für Fußerkrankungen und müssen daher besonders vorsichtig sein


Durchschnittlich 40.000 Kilometer legt ein Mensch in seinem Leben zu Fuß zurück. Einmal um die Erde tragen unsere Füße unser Körpergewicht - und das meist in Schuhen. Deswegen ist es verständlich, dass ungesunde, modische und zu enge oder zu hohe Schuhe zu Fußproblemen führen können. Um gesund zu bleiben, muss unser Fuß abrollen können, damit der ganze Fuß das Gewicht des Körpers tragen kann.

 

Bei zu hohen Schuhen lastet der meiste Druck auf dem Vorderfuß. Aber auch zu enge Schuhe schränken unsere Füße in ihrer Leistungsfähigkeit ein. Die Durchblutung wird gestört und der Fuß reagiert mit Veränderungen. Wird über längere Zeit auf eine Hautstelle punktuell Druck ausgeübt, kann ein Hühnerauge entstehen. Dabei handelt es sich um Hornhaut, die zapfenförmig nach innen wächst. Ist dieser Zapfen weit genug nach innen gewachsen, überträgt sich der Druck schmerzhaft auf den Knochen.


Hühneraugen und Diabetes - erhöhtes Risiko
Menschen mit Gefäßerkrankungen wie zum Beispiel Arteriosklerose haben ein erhöhtes Risiko für Hühneraugen. Ihre Durchblutung ist gestört, die Haut ist daher nicht so regenerationsfähig wie bei gesunden Menschen. Diabetiker haben ein doppeltes Risiko für Fußerkrankungen: Häufig kommen hier Durchblutungsstörungen und Neuropathien (Empfindungsstörungen) zusammen. Diese Empfindungsstörungen verhindern, dass Diabetiker schmerzhafte Veränderungen an den Füßen rechtzeitig bemerken. Da viele Diabetiker aufgrund ihrer Krankheit auch schlecht sehen, können Hühneraugen sich unbemerkt sehr weit entwickeln.

Fußprobleme bei Diabetikern können gefährlich werden
Verringerte Empfindsamkeit, besonders beim Schmerzempfinden, Durchblutungsstörung und eine erhöhte Anfälligkeit gegenüber Infektionen machen Fußveränderungen bei Diabetikern zu einem ernst zu nehmenden Problem. Viele Diabetiker haben trockene Haut - ebenfalls eine Folge der Krankheit. Diese Neigung zu trockener Haut bedingt manchmal Fersenrisse, die so tief sein können, dass sie sich zu offenen Wunden entwickeln. In diese Wunden können Bakterien eindringen und schwerwiegende Infektionen auslösen. Diese Fußkomplikationen, die in ihrer Gesamtheit als "diabetischer Fuß" bezeichnet werden, betreffen 30 bis 40 Prozent der Diabetiker. Oft sind die Schädigungen so weit fortgeschritten, dass nur noch eine Amputation einzelner Gliedmaßen, von Teilen des Fußes oder, im schlimmsten Fall, des ganzen Fußes helfen kann. Diabetiker sind fast doppelt so häufig von Fußamputationen betroffen wie Nicht-Diabetiker.

Vorbeugung
Gerade im Zusammenhang mit Hühneraugen und Diabetes ist es wichtig, professionelle Fußpflege in Anspruch zu nehmen. Auch sollten Betroffene ihre Füße regelmäßig genau untersuchen und bei Auffälligkeiten sofort einen Arzt zurate ziehen. Vorbeugen können Diabetiker durch spezielles orthopädisches Schuhwerk, das eine möglichst hohe Druckentlastung bietet und keine scheuernden Nähte hat. Natürlich sollten auch Nicht-Diabetiker auf gesundes Schuhwerk achten. Der Absatz sollte nicht zu hoch sein, drei Zentimeter ist ideal. Der Schuh muss breit genug sein, um dem ganzen Fuß Platz zu bieten. Trotzdem sollte er den Fuß gut stützen. Zwischen Zehen und Schuhkappe muss noch ein wenig Luft sein. Wer mehrmals am Tag die Schuhe wechselt und so oft, wie möglich barfuß geht, entlastet seine Füße zusätzlich. Letzteres gilt natürlich nur für Nicht-Diabetiker. Bei Diabetikern ist beim barfuß laufen die Verletzungsgefahr zu groß.