Zuschüsse für Existenzgründer beantragen

Zuschüsse für Existenzgründer bewahren den Selbstständigen zu Beginn seiner Tätigkeit vor finanziellen Engpässen und überbrücken die ersten schweren Monate


Auch wenn viele neue Selbstständige davon träumen gleich so viel Erfolg mit ihrem Geschäft zu haben, dass sie davon leben können, sollten Zuschüsse für Existenzgründer vor der Aufnahme der Selbstständigkeit beantragt werden. Denn niemand kann in die Zukunft sehen und nachträgliche Beantragungen sind meist nicht möglich. Bevor man dann bereits nach Monaten diese Tätigkeit wieder an den Nagel hängt, sollte von diesem Geld Gebrauch gemacht werden.

Zuschüsse für Arbeitslose mit Arbeitslosengeld I

  • Seit dem 1. August 2006 gibt es den Existenzgründungszuschuss, der bei Gründung einer sogenannten Ich-AG vergeben wurde, nicht mehr. Seitdem gibt es den Gründungszuschuss. Dieser ist jedoch nur für arbeitslose Existenzgründer möglich, die Arbeitslosengeld I noch mindestens 90 Tage beziehen oder sich in einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme befinden, welche nach SGB III gefördert ist.
  • Weiterhin sind diese Zuschüsse für Existenzgründer nur dann möglich, wenn der Arbeitsagentur sowohl die Tragfähigkeit der Gründung vorgebracht werden kann, als auch der Nachweis über den Besitz der erforderlichen Kompetenzen des Gründers für diese Tätigkeit. Die Förderung beträgt für neun Monate ein Mal die Höhe des Arbeitslosengeldes I, welches zuletzt bezogen wurde und zusätzlich 300 Euro für die Sozialabgaben.
  • Nach dieser Zeit muss die Notwendigkeit einer weiteren Förderung durch die Agentur für Arbeit nachgewiesen werden, um noch ein Mal für sechs Monate die 300 Euro Sozialpauschale zu erhalten. Diese werden nach Einzelfall geprüft und bewilligt, einen Rechtsanspruch gibt es nicht.
  • Dieser Antrag auf Zuschüsse für Existenzgründer muss bei der zuständigen Arbeitsagentur gestellt werden, zusammen mit Geschäftsbeschreibung, einer Finanzierungs- und Kapitalbedarfplanung und einer Umsatz- und Rentabilitätsvorschau. Eine Bescheinigung der Tragfähigkeit der Geschäftsidee, zum Beispiel von der IHK, dem Berufsverband, der Handwerkskammer oder eines Steuerberaters ist ebenfalls erforderlich.

Zuschüsse für Arbeitslose mit Arbeitslosengeld II

  • Hier wird ein deutlicher Unterschied für die Zuschüsse für Existenzgründer aus dem Arbeitslosengeld I gemacht. Sogenannte Langzeitarbeitslose können nur Einstiegsgeld bei der Arbeitsagentur beantragen, welches jedoch im Einzelfall entschieden wird. Auch hier gibt es keinen Rechtsanspruch auf die Förderung. So gibt es hierbei auch keine festgelegte Höhe, jedoch wird nur für höchstens 24 Monate eine entsprechende Leistung gezahlt.
  • Neben dem Einstiegsgeld ist eine Leistung für die Beschaffung von Sachgütern möglich. Auch diese liegt im Ermessen des zuständigen Trägers. Die Höhe der Zuschüsse für Existenzgründer hängt hierbei von der Haushaltsgröße und der Dauer der Arbeitslosigkeit ab. Ebenfalls wird geschaut, ob die geplante Selbstständigkeit einer beruflichen Wiedereingliederung dienlich ist.
  • Die Förderung von Sachgütern kann in Form eines Darlehens oder als Zuschuss erfolgen. Dabei ist ein maximaler Zuschuss von 5000 Euro möglich. Für eine erfolgreiche Antragstellung auf Förderung sollte auch hier ein guter Businessplan und eine Bescheinigung der Tragfähigkeit vorgelegt werden, wie es bei den Empfängern von Arbeitslosengeld I der Fall ist.

Zuschüsse für Beratungskosten

  • Weiterbildungen, Existenzgründungsseminare, Gespräche beim Steuerberater und ähnliches sind Kosten, die bereits vor der Gründung einer Selbstständigkeit anfallen können. Ob, wo und in welchem Umfang auch hier Zuschüsse für Existenzgründer beantragt werden können, ist regional sehr verschieden. Auch die Kriterien für eine mögliche Förderung sind sehr unterschiedlich. Hier sollte man bei der Arbeitsagentur oder der Förderdatenbank des Bundes nachfragen und sich die nötigen Informationen beschaffen.