Zyklone: so entstehen sie

Der tropische Wirbelsturm Zyklon von den Voraussetzungen über die Entstehung bis zu den Auswirkungen auf Mitteleuropa.


Das Wort Zyklon beschreibt einen tropischen Wirbelsturm, der rund um und über dem Indischen Ozean entstehen kann. Zyklone entstehen aus einem Ereignis, wie einem tropischen Tiefdruckgebiet, das auf eine ausreichend warme Wasseroberfläche trifft. Die Wassertemperatur muss dazu minimal 26 Grad betragen und der Ozean eine ausreichende Größe haben. Ein Meer von der Größe der Ostsee ist beispielsweise zu klein. Die ablenkende Kraft durch die Erdrotation, Corioliskraft genannt, ist erst groß genug ab einem Breitengrad von 5 Grad nördlicher, beziehungsweise südlicher Breite. Um den Äquator herum ist diese Kraft nicht groß genug, um die Drehbewegung eines tropischen Sturms auszulösen. Damit der Sturm letztendlich entstehen kann, dürfen die Höhenwinde nicht stärker sein als die Winde über dem Meer.

Wie Zyklone entstehen
Erfüllt der Ozean, in diesem Fall der Indische Ozean, die Voraussetzungen, können Zyklone entstehen. Hierbei steigt die von der Sonne aufgeheizte, feuchte Luft über dem Meer auf und es bilden sich Gewittertürme oder Wolkenberge. Der Luftdruck fällt rapide ab, da an der Oberfläche nun Luft fehlt. Neue Luft strömt Aufgrund des herrschenden Druckunterschiedes von Außen heran. Die herangeströmte Luft steigt durch den beschriebenen Effekt wiederum auf. Dieses Phänomen wiederholt sich stetig. Die Corioliskraft verursacht dabei eine Drehbewegung der Luftmassen und ein Luftwirbel entsteht. Der entstandene Wirbel und die Sturmstärke werden umso größer, je schneller die herangeströmte Luft ihrerseits aufsteigt.

Zyklone und die Folgen für Mitteleuropa
Der Sturm nimmt auf seinem Weg über das Meer große Mengen Wasser aus dem Ozean auf, was zusätzlich zu den hohen Windgeschwindigkeiten enorme Niederschläge verursacht. Mit den tropischen Wirbelstürmen gehen häufig Flutwellen und Überschwemmungen einher. Die offizielle Bezeichnung "Zyklon" erreicht der tropische Sturm, wenn er Windstärke 12, beziehungsweise eine Windgeschwindigkeit von mehr als 117 km/h erreicht. Häufig dauert der Sturm rund eine Woche an, bei sehr günstigen Voraussetzungen und einer anhaltenden Zugbahn über tropische und subtropische Meere kann er sich jedoch bis zu vier Wochen halten. Zum Ende seiner Lebenszeit wandelt sich der Sturm in ein gewöhnliches Tiefdruckgebiet der außertropischen Breiten. Tiefdruckgebiete dieser Art ziehen über den Atlantik nach Europa und beeinflussen häufig noch das Wetter in unseren Breitengraden. Dabei bringen sie die Überreste der tropischen Energie nach Mitteleuropa, woraufhin auch hierzulande starke Regenfälle auftreten können.